Sommerliche Serenade auf Burg Schweinheim – Musik und geistliche Impulse in besonderer Atmosphäre

Am Abend des 21. Juni 2026 lud die Lotte-Josten-Stiftung zu einer sommerlichen Serenade auf Burg Schweinheim ein. Dank der großzügigen Gastfreundschaft der Familie von Loë konnten zahlreiche Gäste einen stimmungsvollen Abend erleben, der Musik und geistliche Besinnung auf eindrucksvolle Weise miteinander verband. Das Konzert fand in einer alten Scheune der Burg statt, deren rustikales Ambiente den musikalischen Darbietungen und geistlichen Impulsen einen ganz besonderen Rahmen verlieh und wesentlich zur einzigartigen Atmosphäre des Abends beitrug.
Mit dem „Chorale St. Antoni“ von Joseph Haydn eröffneten die Musiker den Abend und stimmten die Besucherinnen und Besucher auf das abwechslungsreiche Programm ein. Gastgeber Herr von Loë begrüßte die Anwesenden herzlich und hieß sie auf Burg Schweinheim willkommen.
Anschließend begeisterten die Westdeutschen Bläsersolisten mit Charles Gounods „Petite Symphonie“ für Bläser. Unter der kollegialen Leitung der Oboistin Gisela Hellrung und des Klarinettisten Wolfgang Esch präsentierten die Musikerinnen und Musiker die Werke mit großer Ausdruckskraft und Spielfreude.
Ein besonderer Höhepunkt des Abends waren die geistlichen Impulse von unserem ehemaligen leitenden Pfarrer und neuem Generealvikar Tobias Hopmann. In seinen Betrachtungen stellte er die Heiligen des Monats Juni in den Mittelpunkt und schlug dabei eine Brücke zwischen Glauben und Musik.
Ausgehend von Johannes dem Täufer erinnerte er an dessen berühmten ausgestreckten Zeigefinger auf dem Isenheimer Altar. Dieser verweise nicht auf sich selbst, sondern auf Christus. Gerade in einer Zeit, die vielfach von Selbstdarstellung geprägt sei, lade Johannes dazu ein, den Blick auf das Wesentliche zu richten und Raum für Gott und die Mitmenschen zu schaffen. Wie ein einzelnes Instrument im Orchester zur Harmonie des Ganzen beitrage, so könne auch jeder Mensch durch sein Leben auf Gott hinweisen.
Mit dem Heiligen Antonius von Padua griff Pfarrer Hopmann einen weiteren beliebten Heiligen auf. Antonius sei weit mehr als der Patron für verlorene Gegenstände. Seine Botschaft spreche besonders Menschen an, die Hoffnung, inneren Frieden oder Orientierung verloren haben. Gott verliere niemanden aus den Augen und suche den Menschen gerade dann, wenn er sich selbst verloren fühle.
Zwischen den geistlichen Impulsen erklangen weitere musikalische Meisterwerke, darunter das Oboenkonzert d-Moll von Alessandro Marcello sowie das berührende „Intermezzo sinfonico“ aus Pietro Mascagnis Oper „Cavalleria rusticana“. Die Musik erfüllte den Raum mit einer besonderen Klangfülle und ließ die Gedanken der Zuhörerinnen und Zuhörer nachklingen.
Im zweiten Impuls richtete Pfarrer Hopmann den Blick auf die Apostelfürsten Petrus und Paulus, deren Fest die Kirche am 29. Juni feiert. Anhand ihrer Lebensgeschichten zeigte er, wie unterschiedlich Gottes Wege mit den Menschen sein können. Petrus stehe für die Erfahrung des Scheiterns und die Kraft der Vergebung. Nicht seine Fehler hätten ihn zum Fundament der Kirche gemacht, sondern seine Liebe zu Christus. Paulus hingegen verkörpere Mut, Aufbruch und leidenschaftliches Glaubenszeugnis. Gemeinsam machten beide deutlich, dass Gott auch aus den Brüchen und Dissonanzen des Lebens etwas Neues und Schönes entstehen lassen kann.
Die musikalische Reise setzte sich fort mit Franz Schuberts Entr’acte aus „Rosamunde“ sowie vier Sätzen aus Felix Mendelssohn Bartholdys „Ein Sommernachtstraum“, die noch einmal die ganze Vielfalt und Ausdruckskraft der Bläsermusik zur Geltung brachten.
Den Abschluss bildete ein gemeinsames Gebet, in dem die Gedanken des Abends noch einmal aufgegriffen wurden: die Demut des Johannes, das Vertrauen des Antonius, die Liebe des Petrus und die Begeisterung des Paulus. Mit Schuberts „An die Musik“ erklang schließlich ein würdiges Finale, das die tiefe Verbindung von Musik, Glauben und menschlicher Sehnsucht eindrucksvoll zum Ausdruck brachte.
Beim anschließenden geselligen Beisammensein mit Umtrunk nutzten viele Gäste die Gelegenheit zu Begegnungen und Gesprächen. So klang ein Sommerabend aus, der nicht nur musikalisch begeisterte, sondern auch geistliche Impulse schenkte und vielen Besucherinnen und Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Die Lotte-Josten-Stiftung dankt der Familie von Loë für ihre herzliche Gastfreundschaft, Pfarrer Tobias Hopmann für seine inspirierenden Impulse sowie den Westdeutschen Bläsersolisten für die hervorragende musikalische Gestaltung dieses besonderen Abends.


